Der Ente ist ein Fluss.

Ich führte mir selbigen Artikel bei Heise zu Gemüte. Der Titel lautet "Umfrage: Gute Erfahrungen mit modellgetriebener Softwareentwicklung" - befragt wurden Leute die diese "modellgetriebene Softwareentwicklung" lange benutzt haben, und - oh Überraschung - 90% würden sie weiterhin verwenden.

Das ist eine Aussage die ungefähr so Tiefgreifend ist wie die vermutlich ebenfalls wahre Aussage, dass 90% der Fortran-Nutzer auch weiterhin Fortran nutzen werden. In Meinen Augen sagt das erstmal garnichts aus - Leute finden eine Programmierumgebung und bleiben bei ihr solange sie damit das machen können was sie machen wollen. Wenn sie es nicht mehr können wechseln sie diese in der Regel, allerdings dann auch normalerweise nicht zu etwas allzu verschiedenem, außerdem kommt sowas eigentlich so gut wie nie vor, in einer Zeit wo es GTK-Bindings für PHP gibt.

Das Zitat "Als Gründe hierfür nannten die rund 300 [hauptsächlich Programmierer] meist eine bessere Übersicht der Architektur, eine schnellere Entwicklung und eine bessere Qualität." untermauert meine Aussage nur noch. Hat man die Leute dazu gezwungen, die betreffenden Systeme zu verwenden, oder haben sie sich freiwillig dazu entschlossen? Ich gehe wie gesagt von Letzterem aus, sieht nämlich so aus als wäre das eine offene Umfrage gewesen, an der dann wohl hauptsächlich Leute teilnehmen die sich ohnehin damit auseinandergesetzt haben, dementsprechend überrascht mich das auch nicht.

Ich will nicht sagen, dass "modellgetriebene Softwareentwicklung" irgendwie schlecht wäre, ich will nur sagen, mit einer solchen Umfrage kann man vermutlich für jeden Bullshit so große Prozentzahlen erzeugen.

Ich persönlich habe keine Meinung dazu. Mir fehlt die Programmiererfahrung, und ich habe keine Ahnung, was außer dem in dem Artikel beschriebenen "UML-Diagramme zeichnen und in C++ oder Java implementieren" dahintersteckt - ich meine, das wird ja nicht alles sein.