sone sone telephonariena
sone sone telephonariena

sentio desiderium
appropinquamus et cantamus

sone sone telephonariena
sone sone telephonariena

crescet uvis
prospiceo
superiorem est
ceteris vincit

cellularis divisa
corespondens

sone sone telephonariena
tone tone telephonariena

non est globulus
non est equlus

arienularis telephonum meum

Ein Blogeintrag den ich gerade las machte mich mal wieder auf das altbekannte Mashup aufmerksam, in dem ein Rammstein-Konzert mit dem Lied "Bayern des samma mia" hinterlegt wurde, und zwar ziemlich gut.

Leider leider, dieses YouTube-Video scheint Sony Music Entertainment gesperrt zu haben, weil, äh, es könnte ja sein dass jemand wegen solch eines Filmausschnittes die DVD nicht kauft oder so.

Wie dem auch sei, zumindest zum Zeitpunkt der Formulierung dieses Satzes noch verfügbare Videos hier und hier zeigen, dass Rammstein auf einem Konzert in München dieses Thema aufgegriffen hat, und wirklich dieses Lied gespielt hat. Naja, "gespielt" ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber immerhin.

Wie dem auch sei, ein anderes, ebenfalls zum Zeitpunkt der Formulierung dieses Satzes noch verfügbares Video findet sich hier, das diese Hinterlegung umkehrt, und einer mir nicht näher bekannten Band ein Rammstein-Lied relativ gut in den Mund legt.

Mei. Erwähnenswert.

Sometimes its really depressing neither to be really young anymore, but not being old enough to have seen the "old" Internet, when people still used html and only few companies had a website, therefore only few design-nags found there way into the web, trying to use it as some platform they can use to produce "art".

The question what exactly art is cannot be answered trivially, and I cant even give a proper definition of what I myself consider being art, especially as opposed to normal "work". Art doesnt need to serve a purpose and doesnt need to be useful, but it can be. Most of art wants to be consumed by a special kind of people - but not all of it. Well, lets stop this discussion here.

Something that most people should agree is how art works in the real life: People have material to work with - to rearrange, to use to rearrange something else, to compile. A sculptor gets stones and makes a sculpture out of it. A painter gets a canvas and colors and makes a picture out of it. They use some mateiral they have and arrange it in a way people consider valuable in some way. Especially, this material cannot be changed trivially in most cases. A stone has to be taken as it is, and sculptors seldom use concrete for their artwork - plasterers do, but thats another form of artwork, they form their sculptures before the concrete dries hard.

It is an essential part of art to have something given which cannot be changed trivially. And here comes the difference to modern web design. There are basics given - HTML, CSS. If somebody uses these elements to create a website that looks good, I could talk about calling that art.

But then, I often see JS and browser-specific code to make a website "look good in all browsers". Instead of using established elements, new elements which are not portable are created and used. Even worse, many websites still use Flash, JavaFX and Unity. With that, they could as well write their own plugins, doing exactly what they want. Or write a proper client instead of a website.

However, this looks to me like a sculptor forming his stones of concrete before working with it. Except for some special cases when anything else is in fact impossible, thats nothing I really consider art.

When I was a young boy, folding paper was always something I liked to do. Meanwhile it gets on my nerves, though. Something I really liked was creating Fröbel Stars. I think I created thousands of them, for example glasses filled of stars made of small gift-ribbons (which are the hardest ones because they are so small).

Anyway, to me it was natural to think about a "generalization", a cube with six sites being one-sided Fröbel Stars. In theory they can be made of about 12 ribbons (dont know the actual number anymore, but I had one minimal number), but I never got so far, I always used 24 ribbons to fold them. Anyway, I got them holding together without any glue. A cube (which actually looked more like a "Star-Ball") made of 24 ribbons.

Well, of course, instead of being glad of having such a thing (and others not having it) I gave some of those away, and just half a year later I saw a "Star-Ball" in a book about paper-folding. It is well-known that these books often collect ideas they find from anywhere, and of course, paper-folding techniques spread like myths without always passing the actual source of them, so instead of being angry because somebody "stole" my idea I was interested in seeing somebody else's instructions for building it.

And here comes the part that made me angry. In this book, there were the known instructions for Fröbel Stars, but instead of describing the steps of connecting them to a cube, they used ... glue. Glue! Its moronic! Using glue, one can make another kind of star-balls which looks a lot better.

Ok, so far the anecdote. Well, for the writer of the book, figuring out how to fold these cubes was obviously too hard. He found a simple moronic way of reproducing something he saw. The problem is that for most people the only thing that counts is what they "see". Creating a proper cube without glue can take one hour, while using glue you can get finished in about 20 minutes and have something that looks equivalent.

Its in a sense the same as you can see in for example software engineering, or engineering in general, or politics. Many people would agree that they are in no way interested in whether their GUI was made with a clumsy API or an object-oriented one, as long as it works well for them. Its the spirit of capitalism: Produce something similar at lower cost.

Strangely, often the same people claiming this will also claim that electronic music is not as "valuable" as instrumental music. But of course that is something completely different ...


Die MVV bringt uns überall hin!

Nettes Video von Greenpeace (youtube-direktlink). Sehr gut gemacht, obwohl es manch Einer wohl zu plump oder offensichtlich findet, so denke ich doch, dass dieses Video die breite Masse erreichen kann. Sicherlich werden sich wieder ein paar Speziesisten aufregen dass man das Tiersterben ja nicht mit dem Menschensterben vergleichen könne, aber sowas ignoriere ich inzwischen.

Wie dem auch sei. Es ist ja nicht so dass diese Ölkatastrophe die Erste wäre, vielleicht die Erste diesen Ausmaßes, trotzdem passiert nichts was nicht schon mal dagewesen wäre. Es ist auch nicht so dass wir nicht vergleichbar verheerendere Katastrophen gehabt hätten, zum Beispiel Tschernobyl.

Vor allem ist es nicht so dass man diese Katastrophe nicht in spätestens 10 Jahren weitgehend vergessen haben wird. Leute werden umziehen, ein Haufen Schaden wird entstehen, ich denke so manch ein Geisterstrand. Nichts was der Mensch nicht wunderbar ausblenden kann. Ich sehe schon den Lobbyisten mit einem Foto von Blumen die wieder auf alten immernoch ölverschmierten Stränden wachsen umherfuchteln, so wie es jetzt mit Tschernobylpilzen gemacht wird.

Eigentlich schade, dass die Katastrophe nicht vor 8 Jahren stattgefunden hat. Damals war zumindest in Deutschland (eine nicht zu vernachlässigende Industrienation) die Stimmung in Richtung Umweltschutz noch stärker (damals hatte man auch noch Vertrauen in Rot-Grün), eine solche Katastrophe hätte den Lobbyisten vorerst den Todesstoß versetzt. Und heute?

Heute muss man sich darum bemühen, dass der Sozialstaat nicht komplett kaputtgespart wird, was soweit geht, dass man sogar schon bei der CSU Unterstützung findet. Selbstverständlich sind das alles Un-Probleme, Probleme die sich durch ein gerechteres Verteilungssystem lösen ließen. Genau wie die meisten kulturellen Konflikte. Trotzdem sind solche existenziellen Sorgen in den Gedanken der Menschen, an die Umwelt kann man höchstens noch mit ein wenig Anteilnahme denken.

Schuld ist ja sowieso immer jemand anderes. Die Sünder bei den Christen, die Religionen bei den Humanisten, der Kapitalismus bei den Sozialisten, und "die da oben" beim Pöbel.

Ich sage hier ganz deutlich: Ich bin schuld. Nicht alleine, aber zumindest trage ich eine Mitschuld, und die Tatsache, dass ich wohl kaum einen Menschen zu gesicht bekommen werde der keine Mitschuld trägt tröstet mich darüber nur bedingt hinweg. Freilich nicht schuld in dem Sinne dass ich einsehen würde für die Kosten™ aufzukommen, im Gegenteil, siehe unten. Doch ich habe letztendlich davon profitiert. Ich tippe diese Zeilen gerade auf einem Gerät ein das wohl zu einem Großteil aus Kunststoff gefertigt ist, der Erdölinhalte braucht. Dieses Gerät wurde mit der Gefahr erkauft, dass so eine Katastrophe geschieht, andernfalls gäbe es ein solches Gerät möglicherweise nicht oder es wäre erheblich teuerer. Sehr vieles in meiner Umgebung ist vermutlich aus solchen Kunststoffen, oder hat in der Produktion Erdölprodukte benötigt. Mein Wohlstand wurde mit der Gefahr erkauft, dass so etwas passiert.

Ich habe auch keine Ahnung was ich anders machen könnte, um dem Problem zu entgehen. Nun, ich höre trotzdem nicht auf zu tippen. Ich werde nicht meinen Echtholzfurnierschrank wegwerfen. Auch meine Uhr und mein Handy behalte ich. Ich habe keinen Grund sie wegzuwerfen. Ich wüsste nicht in welcher Form ich meinen Lebensstil so anpassen könnte dass es wenigstens im Kleinen irgendetwas nützt. Ja, ich werfe gewisse Dinge nicht weg, Plastiktüten sind zum Beispiel so etwas was bei mir sehr selten weggeworfen wird, ich trage nicht selten ein paar mit mir Rum falls mir spontan einfällt dass ich einkaufen muss. Doch zugegeben, die Menge der Plastiktüten steigt.

Was ich gerade verspüre ist wohl am ehesten kognitive Dissonanz. Dementsprechend versuche ich garnicht erst, Erklärungen oder Rechtfertigungen zu finden. Wie dem auch sei.

Ich sehe und sah nie im Umweltschutz der durch allzu großen Verzicht auf Wohlstand erzeugt wird etwas sinnvolles, und schon garnichts zukunftsträchtiges. Eher in dem Willen, zu versuchen, diesen Wohlstand anders zu erzeugen - was nicht gehen wird ohne die vorhandenen Mittel erst einmal zu verwenden. Immerhin bestehen die Plastiktüten inzwischen wenigstens aus PE.

Wie dem auch sei, wir sind Menschen, Primaten, also eine Haudrauf-Gesellschaft per Genetik. Man sollte BP meiner Meinung nach jetzt richtig bluten lassen, und wenn BP sich wehrt und mit Stellenkürzungen droht eine Zwangsverstaatlichung inklusive aller Anteile durchführen - mir eigentlich egal mit welchem Konzern man so vorginge, BP hatte halt das Pech dass es ihm so geht. Wenn ich mir einen Ofen baue und damit aus versehen das Dorf abfackle ist das auch mein Pech, und keine Versicherung wird mir den Schaden Zahlen, und kein Staat bevor er muss (und ganz sicher auch BP nicht). Mir sind die Großunternehmen alle gleich, mir geht es um die Statuierung eines Exempels, denn bei allem Respekt, ich glaube nicht dass es der Konzernleitung primär um den entstandenen Schaden geht, wenn sie sich an den Kosten beteiligen, sondern um Imagebereinigung. Manager und Belegschaft werden in andere Unternehmen unterkommen, ein Konzern wäre weg, die Lücke im Markt würde gefüllt werden. Ein Exempel, das alle anderen übrigen Unternehmen in Schrecken versetzt wäre viel wichtiger. Aber das wird nicht passieren.

Genausowenig wird es passieren dass die Menschen sich ändern. Das ist in den zweihunderttausend Jahren in denen sie wohl existieren nicht passiert.

Um nicht ständig Probleme mit inkompetenten Lieferunternehmen zu haben die es nicht fertig bringen zu vereinbarten Zeiten zu liefern legte ich mir dereinst ein Packstationskonto zu, weil ich diesen Dienst sinnvoll fand. So theoretisch.

Verwendet habe ich ihn bisher für vier Sendungen, von denen sogar zwei wirklich bei der Packstation wo ich sie haben wollte ankamen. Immerhin: 50%, kompetenter als ich es von einem Lieferunternehmen erwartet hätte (keine Ironie an dieser Stelle, ich traue Lieferunternehmen wirklich zu sowas total zu versemmeln).

Und die beiden anderen Sendungen? Nun, die Eine ist schon etwas länger her, ein Werbegeschenk (nehme ich an, zumindest hatte ich nirgends etwas bestellt und es hat sich auch nie mehr jemand beschwert), das ich niemals abholte. Und eine, die noch aussteht, und die ich im Gegensatz zu dem Werbegeschenk wirklich haben will, weil sie unbillig war.

Nun ist es so, dass die Packstation wo das Ganze hingesollt hätte nicht in der Nähe meiner Wohnung ist, sondern an der Mensa. Das ist praktischer, weil ich da schlichtweg ohnehin vorbeilaufe. Die Packstation ist also vergleichsweise weit weg von meiner Wohnung. Ok, gut, die Packstation scheint voll zu sein oder was auch immer, und es ist natürlich auch nicht möglich, zwei Tage später nochmal zu versuchen die Sendung da rein zu tun, versteh ich ja alles, alles ein logistisches Problem und so. Man würde nun erwarten dass das Paket an einen Ort nahe meiner Wohnung oder nahe der gewünschten Packstation transportiert wird.

Stattdessen ist es laut der erhaltenen E-Mail an einem mundirektalen Ort namens "Briefzentrum", von hier aus 39 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und Öffnungszeiten natürlich auch in keiner Weise studentenfreundlich - "ab 11 Uhr" - wenn ich um diese Zeit nicht schlafe dann normalerweise nur weil ich eine Vorlesung habe.

Ok, meine konstruktive Kritik an dieser Stelle:

  • Weniger mundirektale Orte aussuchen
  • Eine Option die Sendung an eine andere Packstation zu senden, oder einfach zu warten bis wieder Platz frei wird, hinzufügen.
  • Ich würde diese konstruktive Kritik ja direkt an DHL senden, aber bei kostenpflichtigen ("höchstens 0,42 Euro pro angefangene Minute aus den deutschen Mobilfunknetzen" - ich weise darauf hin dass die wenigsten Studenten einen Festnetzanschluss haben) Servicenummern gehe ich davon aus dass man sie nicht hören will. Möglicherweise merke ich das mal an wenn ich das Paket abhole.
Nur um das mal gesagt zu haben. Ich will mal behaupten, gerade Studenten werden eine Hauptzielgruppe der Packstationen sein, weil sie viel aus dem Internet bestellen was man dort billiger bekommt. Ich wäre ja sogar bereit ein bissel was zu zahlen - solange es sich im Briefmarkenbereich bewegt und nicht gleich 3,50 Aufschlag sind - für den Packstations-Service weil ich ihn wirklich nützlich finde.

Nun, selbstverständlich nervt mich das jetzt. Klar. Ich habe mehr Arbeit als ich haben wollte. Aber der Grund meiner extremen Genervtheit ist: Ich habe zwei Sendungen bekommen. Beide noch nicht abgeholt. Anstatt dass sie dann einfach beide meiner Sendungen einbehalten, wurde eine in die Packstation getan, und eine wurde einbehalten. Das heißt, ich muss jetzt zum mundirektalen "Briefzentrum" das erst um 11 aufmacht, um dann zur Mensa zu gehen, bei der ich dann Wegtechnisch frühestens um 11.30 sein kann, ich rechne eher mit 12, was mich besonders epibriert da ich ab 12.00 auf die Arbeit muss, also nichts mehr essen kann.

Man möge mir also verzeihen, dass ich mild ragiere...

Mit freier Software haben es viele Personen nicht so. Das liegt daran, dass freie Software zum Einen als Qualitätsmerkmal deren Freiheit hat, worunter andere Qualitätsmerkmale unweigerlich leiden, und man dieses Qualitätsmerkmal als solches anerkennen muss. Außerdem versucht freie Software oft unfreie Software zu kopieren, und nicht zuletzt hat die Qualität dieser Software in den letzten Jahren ähnlich nachgelassen wie die der kommerziellen Software.

Doch zwischen totaler Freiheit und totaler Geschlossenheit gibt es viele Stufen, man könnte es verienfacht ausgedrückt einen kontinuierlichen Übergang nennen. Und so hat WinzigWeich inzwischen genügend Schläge ins Gesicht bekommen, um sich zumindest ein wenig freiheitlicher zu geben.

Apple indes hat es geschafft, dass man inzwischen manch einen Menschen schon darum bitten muss, wenigstens Windows - früher klares Feindbild, jetzt das kleinere Übel - zu benutzen. Freilich nicht nur Apple, auch Softwareprojekte die sich selbst gerne mit kommerziellen Softwarepaketen vergleichen, aber dann eben doch nicht halten können was sie versprechen, zum Beispiel Ubuntu, sind gut mit daran beteiligt, jeden der mit Windows unzufrieden ist zu Apple weiterzuleiten.

Allseits bekannt ist der alte Apple-Werbespot "why 1984 wont be like 1984", eine Anspielung auf den Orwell-Roman. Dieser Eindruck des "Befreiers" ist scheinbar irgendwie in den Köpfen der Windowsfrustrierten Nutzer hängengeblieben, sie fühlen sich also tatsächlich teils "befreit" von den Schickanen von Windows. Ich kann das durchaus nachvollziehen: Unter Windows habe ich, wenn ich es denn benutze, mindestens jede Woche ein größeres Update, das mich nervt, während Apple schon mal eben ein halbes Jahr wartet bis es kritische Sicherheitslücken fixt. Alles im Sinne der Nutzerfreundlichkeit. Außerdem stellt sich bei deren Nutzergefängnissen, dem iPhone und dem iPad, das Problem ohnehin nicht, weil sowieso nur Software installiert werden kann die Apple in den Kram passt, und es würde mich nicht wundern wenn sie das MacBook - zumindest noch ein brauchbarer Laptop, sofern man Windows oder Linux installiert - auch irgendwann dementsprechend Abschließen.

Befreier die über den Zwischenschritt des weisen Herrschers zu Unterdrückern werden. Auch dafür hat Orwell ironischerweise den passenden Roman. Wie auch immer, in den Köpfen der Nutzer ist Apple offenbar Befreier von Microsoft, und von den vielen stressigen Sessions mit Linux auf dem PC. Klar, denn ein Apple-Rechner ist ja auch was ganz anderes als ein PC, drum muss man sich da ja auch nicht mit sowas wie Linux herumärgern. Alles ist schon dabei und sieht nuttigschön aus.

Nun, bisher ging ich davon aus dass sich das in den Köpfen der Nutzer abspielt. Doch nachdem bereits das ZDF eine recht gute Reportage darüber verfasst hat, kann ich das eigentlich kaum mehr glauben. Nein, ich glaube, die Leute haben es kapiert, es ist ihnen nur egal. Genauso wie ihnen Pressefreiheit im Grunde egal ist.

Im Grunde könnte mir das egal sein, wenn die Leute sich freiwillig in eine Diktatur begeben, doch sind erstmal hinreichend Leute darin, so wird es immer mehr Angebote geben die man kaum noch entbehren kann ohne ganz außen dazustehen. Wenn Apple erstmal groß wird, und der eigentlich wünschenswerte Zustand des Endes der Papierpresse eintritt, dann werden alle bis auf ein paar alternative Zeitschriften wohl nur noch auf Apple-Produkten verfügbar sein. Dann wird es zu spät sein. Vielleicht wird vorher das Kartellamt Apple verdonnern, so wie es das bereits mit Microsoft getan hat. Ob das dann noch etwas nützen wird ist fraglich.

Zugegebenermaßen, da sich aufgrund der modernen als Pragmatismus getarnten Faulheit die meisten Meinungsträger und Meinungslosen wahllos mit jedem Unterdrücker ins Bett legen würden um ein paar Leckerli zu bekommen ist die Softwarewelt eher ein kleines Problem, aber eben doch eines, und eines das ungeahnte Konsequenzen haben kann. Sehr netter XKCD zu dem Thema bei dem Weg.

Gut, ihr "Softwarenutzer" die ihr Software wollt die "einfach funktioniert" und "gut aussieht" und "benutzerfreundlich" ist, tut das, begebt euch freiwillig in den goldenen Käfig. Aber bitte hört auf davon zu reden dass Apple euch von Windows befreit, und hört auf euch damit schlau und alternativ zu fühlen. Apple ist nicht mehr alternativ, Apple ist Mainstream.

Unternehmen sind generell keine Befreier, wenn überhaupt dann nutzen sie die Nische der Kritiker aus, so wie es Apple früher tat, oder aber sie verhalten sich einfach so moralisch korrekt. Und da gab und gibt es einige nette Unternehmen. Sun Microsystems zum Beispiel hatte einen sehr freien Kurs, doch die wurden leider Aufgekauft, trotzdem ist Solaris noch immer ein System das ich sehr interessant finde, das sehr stabil sein soll, und das ich auf jeden Fall im Auge behalten werde. Canonical Ltd ist Sponsor von Ubuntu, und auch wenn ich die Entwicklung von Ubuntu oft kritisiere, sie haben viel für freie Software getan. Google ist in keiner Weise unumstritten, aber man kann nicht verkennen, dass Google sich in dieser Beziehung doch recht gut verhält. Sie beschränken sich auf Kleingeräte, ich hoffe dass sie da zu mehr Freiheit verhelfen. Dann gibts da noch die Mozilla Corporation, als recht bekanntes Beispiel, die Maintainer von Firefox, machen leider auch einen Haufen von anderem Müll, aber wieso machen die eigentlich nicht mal irgendein auf XUL basiertes Betriebssystem für Kleingeräte?

So, das sind nur ein paar Beispiele, gibt jede Menge kleiner Softwareunternehmen die man unterstützen kann - mit Bekanntmachung, mit Code und natürlich mit der Kaufentscheidung. Wem freie Software zu alternativ ist, der soll Windows verwenden - wenn schon pragmatisch dann richtig! Windows ist wenigstens das am weitesten verbreitete System. Und auch Hybridlösungen von Wegen Windows mit einem Haufen freier Software ist ok. Apple zum jetzigen Zeitpunkt zu unterstützen halte ich für unverzeihlich. Apple verhält sich meiner Meinung nach größenwahnsinnig, und sollte dementsprechend - wenigstens vom Kunden - mal abgewatscht werden. Dann werden sie vielleicht ihre Strategie ändern.

Aber ich viel bin zu pessimistisch um an die Mündigkeit des Kunden zu glauben. Und so kann man nur hoffen, dass nach einigen Jahren Alleinherrschaft von Apple irgendein anderes Unternehmen mit irgendeinem anderen Spielzeug die Vorherrschaft übernehmen wird.

Ich bitte mich hier nicht falsch zu verstehen. Ich halte Appleprodukte für überteuert und Applesoftware für schlecht, zumindest das was ich gesehen habe, aber einigen Leuten scheint sie sehr zu gefallen, und das reicht für mich erstmal als Existenzberechtigung. Ich halte mehr als ein großes kommerzielles Heim-Betriebssystem für sehr sinnvoll, ja für das, woran es der Softwarewelt lange gefehlt hat. Und auch wenn Applehardware meiner Meinung nach zu teuer ist, so hat sie doch eine Qualität an die andere Hardwarehersteller oft garnicht versuchen heranzukommen. Sollte Apple morgen ankündigen seine iPad-Software zu opensourcen und in Zukunft offen weiterzuentwickeln, so werde ich - nach einer kurzen kritischen Hinterfragephase die natürlich generell angebracht ist - sicher bald zu einem Apple-Befürworter.

Mir geht es hier einzig und alleine um die Geschlossenheit der Systeme. Mir ist Freiheit von Software wichtig. Und ich halte sie auch durchaus für Relevant für die "Realität", denn es geht hier um die Kontrolle über Geräte mit denen der Informationsfluss betrieben wird. Manch ein Hauptstrompragmatiker mag dies belächeln; das darf er, denn es herrscht Meinungsfreiheit, und die kann er - solange sie noch herrscht - auch benutzen.